Startschuss für den Radentscheid mit Abgeordneten aus Berlin und Brüssel

MdEP Malte Gallée (3.v.l.) und MdB Stefan Schmidt (7.v.l.) machen am Oberen Markt Werbung für den Radentscheid Bayern; mit dabei Grünen-Kreissprecherin Laura Weber (6.v.r.), selbst passionierte Radfahrerin. Fotos: Büro Malte Gallée

Mit einem Bundestagsabgeordneten und einem Europaabgeordneten haben Weidens Grüne die Unterschriftensammlung für den Radentscheid Bayern begonnen. MdB Stefan Schmidt und MdEP Malte Gallée warben am Oberen Markt prominent für das Volksbegehren für besseren Radverkehr in Bayern. Gallée diskutierte am Abend noch im „Beanery Kitchen“ mit vorwiegend jungem Publikum; der Abend war überschrieben: „Next Generation EU, wie verschaffen wir unseren Stimmen Gehör?“

Bessere Bedingungen für Radfahrer sind zunehmend mehr Menschen ein Anliegen. Das machten bei der Auftaktveranstaltung der Weidener Grünen zum Radentscheid Bayern auch Ruhestandspfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler als Vorsitzender des Fördervereins Simultankirchen in der Oberpfalz deutlich, dessen wichtigstes Projekt derzeit ein Simultankirchenradweg ist. Neben Grünen-Vertretern aus den Kreisverbänden Neustadt/WN und Tirschenreuth waren unter anderem auch der Bund Naturschutz und der Weltladen vertreten, letzterer ist auch offizielle Unterschriftensammelstelle in Weiden. SPD und Linke haben ihre Unterstützung für weitere Infostände signalisiert.

Ein Abend mit MdEP Malte Gallée (29), dem jüngsten deutschen Europaabgeordneten, ist alles andere als bierernst, so ernst die Themen auch sein mögen.

Von der EU-Batterieverordnung bis zur vermeintlichen „Polykrise“: Malte Gallée (29), jüngster Europaabgeordneter Deutschlands auf Radtour durch die Oberpfalz, diskutierte alle Fragen seiner Zuhörer. Die Veranstaltung im „Beanery Kitchen“ hatte der Grünen-Kreisverband erstmals zusammen mit den Jungen Europäischen Föderalist:innen (JEF) organisiert, einem überparteilichen, politischen und gemeinnützigen Jugendverein, der für ein vielfältiges, solidarisches und subsidiäres Europa steht. Fabian Puckschamel von den JEF moderierte die Veranstaltung.
Finanzkrise, Schengenraum-Krise, die Pandemie, der Krieg in der Ukraine: „Stecken wir in einer Polykrise?“, fragt Puckschamel den Europaabgeordneten. Die Antwort ist ernüchternd: „Mit Sicherheit, und daran wird sich in nächster Zeit nichts ändern.“ Die Klimakrise, so Gallée, bedinge weitere Krisen. Gallée ist Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI); er will, wie er sagt, einen „konkreten Fahrplan für unsere Generation schreiben und Regulierungen schaffen, die die gesamte Wertschöpfungskette unseres wirtschaftlichen Handelns in den Blick nehmen“.


Gallée hat zuletzt an der EU-Batterieverordnung mitgearbeitet. Jedes Jahr werden allein in Europa mehr als 1,9 Millionen Tonnen Altbatterien in den Müll geworfen und somit der Kreislaufwirtschaft entzogen. Die neue Verordnung zeigt dem Verbraucher laut Gallée erstmals, woher die für die Batterie verwendeten Ressourcen stammen, und sie legt erstmals verbindliche Anforderungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit fest. 

Vertreter einer Generation, die Weichen stellen will

„Malte Gallée“ ist übrigens kein Künstlername: Junge Diskussionsteilnehmer hatten danach gefragt. Gallées Familie hat zwar französische Wurzeln, aber heute „nur noch zu einem 128tel“. 

Gallée versteht sich als Vertreter einer länderübergreifenden jungen Generation, die in erster Linie Social Media für den Austausch nutzt. Die Klima- und Umweltkrise seien seine Hauptanliegen, so Gallée. In einem Parlament, in dem das Durchschnittsalter bei 50 Jahren liegt, spielten junge Abgeordnete eine „enorm wichtige Rolle“. Nur sie könnten glaubwürdig die Anliegen der nächsten Generation vertreten und die Weichen für eine gute Zukunft Europas und des gesamten Planeten stellen.  

In einem nichtöffentlichen Gedankenaustausch zwischen den Abgeordneten, der Grünen-Fraktion mit Karl Bärnklau, Laura Weber und Ali Zant und den Vertretern der Stadtverwaltung, Petra Vorsatz und Oliver Seidel, ging es vor der Abendveranstaltung um den Radwegeausbau, Tourismusförderung und das Mobilitätskonzept der Stadt. 

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